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September, 2019

Österreichische Staatsbürgerschaft

Die Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKG Wien) freut sich sehr, Sie darüber zu informieren, dass am 19. September 2019 im Österreichischen Parlament die seit langem von der IKG Wien geforderten Änderungen des Staatsbürgerschaftsgesetzes beschlossen wurden.

Folgende Verbesserungen wurden erreicht und werden nun mit dem neuen Gesetz umgesetzt:

Gleichstellung aller Nachkommen: nunmehr ist die Staatsbürgerschaft auch für jene Nachkommen gewährleistet, deren von den Nationalsozialisten verfolgte Mütter österreichische Staatsbürgerinnen bzw. in der Republik Österreich wohnhaft waren. (Bisher waren die vor September 1983 geborenen Kinder und Kindeskinder von österreichischen Müttern vom Erwerb der Staatsbürgerschaft ausgeschlossen.)

Die Frist für den erleichterten Zugang zur Staatsbürgerschaft wird bis 15. Mai 1955 ausgedehnt: das heißt, dass österreichische KZ-Überlebende sowie jene, die die NS-Verfolgung als U-Boot überlebt haben, und Österreich erst verspätetet verlassen konnten (bis zum 15. Mai 1955), die österreichische Staatsbürgerschaft (wieder-)erlangen können, sofern sie zuvor auch in der Republik Österreich ansässig waren. Auch ihre Nachkommen sind damit erstmals berechtigt, die österreichische Staatsangehörigkeit zu erlangen.

Nunmehr werden auch die Nachkommen von NS-Verfolgten berücksichtigt, die Angehörige von Staaten der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie waren, wenn diese vor der NS-Verfolgung ihren Hauptwohnsitz auf dem Gebiet der Republik Österreich hatten.

Das neue Gesetz tritt mit 1. September 2020 in Kraft, daher können diesbezügliche Anträge frühestens ab diesem Tag eingebracht werden.

Gerne steht Ihnen die IKG Wien für Fragen zur Neuregelung des Staatsbürgerschaftsgesetzes zur Verfügung. Sie können bereits jetzt mit der Zusammenstellung der erforderlichen Dokumente beginnen, falls Sie an der Erlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft interessiert sind. Die IKG Wien wird Sie gerne bei der Beschaffung der offiziellen IKG Urkunden unterstützen.

Für die Antragstellung selbst sind wie bisher die Österreichischen Botschaften und Konsulate zuständig.

Sobald das Gesetz in der gültigen Fassung vorliegt und wir von der zuständigen Entscheidungsbehörde, der Wiener Magistratsabteilung MA35, detaillierte Informationen erhalten, werden wir Ihnen diese zukommen lassen.

Info-Blätter zum Download

Nach der derzeitigen Rechtslage besteht für Nachkommen von österreichischen StaatsbürgerInnen weiterhin die Möglichkeit, einen Antrag auf Feststellung der österreichischen Staatsbürgerschaft zu stellen, im Rahmen dessen – oft aufwendig, langwierig und mühsam – geprüft wird, ob diese zunächst besessen oder erworben wurde, ob seitdem der Verlust eingetreten ist oder ob die österreichische Staatsbürgerschaft noch heute besessen wird.

Feststellung der Staatsbürgerschaft

Download: Deutsch

Wiedererwerb der Staatsbürgerschaft nach §58c StbG (Achtung: gültig bis 31.8.2020)

Download: Deutsch

März, 2012

Claims Conference Artikel-2-Fonds / Ceef Liberalisierung der Berechtigungskriterien

Bisher waren bestimmte Überlebende nur dann berechtigt laufende Beihilfen aus dem Artikel-2-Fonds oder dem Mittel- und Osteuropafonds (CEEF) der Claims Conference zu erhalten, wenn sie während der NS-Zeit mindestens 18 Monate Ghettohaft, Leben im Versteck oder unter falscher Identität (Illegalität) nachweisen konnten.

Ab dem 1. Januar 2012 wird die Mindestverfolgungszeit auf 12 Monate reduziert. Der Artikel 2-Fonds ermöglicht nun eine monatl. Zahlung in Höhe von EUR 300,- und der CEEF von monatl. EUR 260,- an bestimmte Holocaust-Überlebende, die all diese entsprechenden Berechtigungskriterien erfüllen. Weiterführende Informationen sind erhältlich unter www.claimscon.de

Ab 1. Januar 2012 können Überlebende, die 75 Jahre und älter sind und die weniger als zwölf Monate, jedoch mindestens drei Monate in einem Ghetto inhaftiert waren, evtl. für eine laufende Beihilfe von monatl. EUR 240,-, wenn sie im Westen leben bzw. von EUR 200,-, wenn sie in einem Land des ehemaligen Ostblocks leben berechtigt sein, sofern sie auch alle anderen Berechtigungskriterien erfüllen. Die aktuellen Liberalisierungen betreffen in hohem Maße Child Survivors, deren besondere Leiden im Fokus der Gespräche zwischen der Claims Conference und dem Deutschen Finanzministerium standen.

Die hier gegebenen Informationen stellen keine vollständige und umfassende Wiedergabe der Kriterien des Artikel-2-Fonds oder des CEEF oder von Änderungen in diesen Programmen dar. Diese werden von der Deutschen Regierung vorgegeben. Weitere Informationen sind unter www.claimscon.de verfügbar bzw. tel. bei der Claims Conference in Frankfurt/Deutschland: +49 69 970 701 - 0